Diskussionsforen versus e-Diskurs-Plattformen
In der schon mehrmals erwähnter Erhebung finde ich auch einige reine Diskussionsforen als Beispiel für E-Partizipation. Sind solche Foren schon eine Form der Partizipation? Natürlich können sich Menschen auch hier beteiligen, Meinungen abgeben und miteinander diese diskutieren. Aber die Technik allein beschränkt in den meisten Foren die Möglichkeit von Willensbildungen, Themenzentrierungen und gemeinsamer Entwicklung von Forderungen oder Vorschlägen.
In einem Artikel in der Zeitschrift Kommune21 (Ausgabe 9/2003) unter dem Titel „e-Partizipation – ungenutztes Wissen“ (PDF, 140 KB) finde ich auch eine Textbox mit dem Titel „Anforderungen an e-Diskurs-Plattformen“. O. Märker, S. Salz und A. Klotz versuchen in einigen Zeilen Anforderungen für eine Diskurs-Plattform zu definieren:
- Möglichkeiten Beiträge mit semantischen Informationen zu speichern (Auszeichnungen, Schlüsselbegriffe oder Querverweise/Links)
- Eine Moderation die Beiträge verschieben und neu verknüpfen kann.
- Prozedurale Steuerung des Diskurses um auch während der Diskursphase neue Foren und Subforen einzurichten.
- Integration weiterer Kommunikationsmittel wie e-Mail, Fax oder Telefon
- Integration asynchroner Diskussionsmittel wie Chat oder Umfrage- und Abstimmungswerkzeuge
- Unterstützung von Präsenzveranstaltungen, in dem Diskussion vor Ort in die e-Plattform eingebracht und danach auch weitergeführt werden können.
Seit 2003 hat sich die Web-Software weiterentwickelt. Auch die Entwicklung von Forensoftware ist nicht stehengeblieben. Interessant wäre ob eine Kombination von z.B. Weblog, Wiki und Boardsoftware eine solche Plattform in Grundzügen schon bieten kann.
Bei opensourcecms.com habe ich die aus Drupal hervorgangene Software CivicSpace entdeckt, die den Anspruch hat „grassroot organizing and civic activity“ zu unterstützen. Vielleicht finde ich die Zeit, zumindest diese Software exemplarisch auf den obigen Anspruch (zumindest was die reinen Webaktivitäten betrifft) zu betrachten.